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TV-Show-Generalkorpsappell der Prinzen-Garde Köln 1906 e. V.

2021

TV-Show-Generalkorpsappell der Prinzen-Garde Köln 1906 e. V.

Köln. Der Sessionsauftakt 2021 der Prinzen-Garde Köln gestaltete sich der momentanen Situation gemäß vollkommen anders, aber nicht weniger kreativ. Statt mit über 600 Gästen im Maritim Hotel Vereidigungen, Beförderungen und Ehrungen vorzunehmen, gab es diesmal - pandemiekonform – am Donnerstag, den 7. Januar 20121 eine TV-Show als Live-Stream. Pünktlich um 19:06 Uhr (in Anlehnung an das Gründungsjahr 1906) begann sie. Rund 2 Stunden Programm konnten die Zuschauer am Bildschirm nach dem Login erleben.
Die Prinzen-Garde Köln von 1906 e. V. startete feierlich und mit großem Aufgebot in die Session 2021, feierlich und karnevalistisch im geschmückten (menschenleeren) Festsaal des Maritim Hotels Köln. Aber natürlich geht das auch für die Prinzen-Garde Köln dieses Jahr nicht wie üblich mit 600 Mitgliedern und Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft und Karneval.


Die Prinzen-Garde hat weder Aufwand noch Mühen gescheut und eine 2-stündige TV-Show mit allem, was Karnevalisten begehren zu produzieren. Die Show startete mit einer kurzen Backstage-Szene des Präsidenten Dino Massi: Marcus Gottschalk und Marcel Kappestein auf der Bühne im Maritim als nervöse Moderatoren, die sich fragen, wo denn der Präsident bleibt. Dieser saß gemütlich zu Hause mit einem Glas Wein und genoss den schönen Abend – dann der Schock: Die Show beginnt! Und in enormem Tempo ging es dann mit dem Auto in Richtung Maritim… Eine witzige Idee für den Auftakt.


Sitzungsleiter und Schriftführer Marcus Gottschalk und Kommandant Marcel Kappestein moderierten die Highlights der TV-Show. Beginnend mit dem Prinzen-Garde-Marsch, vorgetragen von Thomas Cüpper (Et Klimpermännche) startete das Programm schon mit dem ersten Highlight. Das Orchester Michael Kuhl begleitete die Sitzungs-Show und konnte manch überraschende Version der altbekannten karnevalistischen Stücke präsentieren, was wunderbar zu diesem neuen (und hoffentlich einmaligen) Format passte.
Interviews und Vorträge im Wechsel und interessante Jahresrückblicke machten die zwei Stunden zu einer kurzweiligen Unterhaltung, die – wie man auch in den Kommentaren lesen konnte – so manches Tränchen bei den Zuschauern verursachte. Wehmut kam auf, wenn so manchem Jecken noch deutlicher klar wurde, dass sie auf das alles in diesem Jahr verzichten müssen – nämlich mitsingen, schunkeln, applaudieren und einfach dabei sein.


Beginnend mit Norbert Conrad, der im Interview erzählte, wie seine Anfänge im Karneval waren, denn für einen klassischen Sänger ist es nicht leicht, Fuß auf der karnevalistischen Bühne zu fassen. Aber da er dann doch – erst einmal für besondere Anlässe – gebucht wurde, trauten sich auch andere Vereine und Gesellschaften, ihn auf den Sitzungen zu präsentieren und so wurde er zu einem Künstler, der mittlerweile aus den Veranstaltungen gar nicht mehr wegzudenken ist. Es müsse ja nicht so sein, dass man bei jedem Lied auf dem Tisch steht, auch Zuhören und stimmungsvolle Melodien gehören seiner Meinung nach in das Format Karneval. In seinem anschließenden Medley konnte er das dann beweisen und bestimmt stimmten viele zu Hause in die bekannten Melodien ein.


Die sympathischen „Jungs“ von Kasalla begeisterten nach einem ebenfalls kurz geführten Interview mit ihrem Stück „Midden em Sturm“, das besonders gut in die derzeitige Situation passt. „Och dä jrößte Driss jeit irjendwann vorbei“… heißt es und dem konnte jeder Zuhörer und Zuschauer bedingungslos zustimmen. Die A-Capella-Version von „Immer noch do“ war so einmalig, dass in den Kommentaren nur noch Begeisterung, applaudierende Hände und Sprüche wie „Super“ „Spitzenklasse“ usw. zu lesen waren. Mit dem Stück „Mer sin eins“ verbanden sie noch einmal die Zuhörerschaft in dem Gedanken: Bald werden wir das wieder live erleben!


Die Uraufführung des neuen Mariechentanzes vom Tanzpaar Sandra Wüst und Tommy Engel durfte natürlich nicht fehlen. Auf die Frage, was denn ihr Wunsch für die kommenden Sessionen sei, antworteten sie, dass sie am Neunertanz teilnehmen möchten, das sei ihnen ein Herzenswunsch und auf die Frage, ob ihnen die Aufgabe als Tanzpaar besser gefalle als die vorher in der Tanzgruppe, antworteten sie souverän und ehrlich, dass beides Freude macht, nur eben ganz anders und nicht zu vergleichen sei.


Beim Interview mit Präsident Dino Massi spürte man deutlich, wie er sichtlich gerührt betonte, dass er auf seine Prinzen-Garde sehr stolz ist und dass der Zusammenhalt ihm sehr wichtig sei. Dass sein Team diese Idee des Generalkorpsappells umgesetzt hatte – und das in sehr kurzer Zeit – berührte ihn sehr. Marcus Gottschalk sprach den Gemeinschaftsorden des Festkomitees an und überreichte ihm ein Unikat dieses Ordens, den die Prinzen-Garde speziell für ihn anfertigen ließ. Die Überraschung und Freude brauchte er nicht ausdrücken, die war in seinem Gesicht deutlich zu lesen.


Diesmal gab es keine Vereidigungen, Ehrungen und Beförderungen. Aber die Jubilare kamen für 40 und 50 Jahre Mitgliedschaft nicht zu kurz.
Sie alle wurden bildlich vorgestellt und mit herzlichen Worten des Kommandanten für ihre Verdienste um die Leibgarde seiner Tollität hervorgehoben. Dass die Überreichung der Orden noch persönlich erfolgen wird, betonte er deutlich.


Mit Bernd Stelter in Prinzen-Garde-Uniform erfuhr man, dass er als junger Künstler von der Prinzen-Garde als erste Gesellschaft für seinen Vortrag gebucht wurde, da viele andere sich noch nicht wagten, diesen neuen Künstler auf die Bühne zu lassen. Dies würde er nie vergessen und deshalb sei die Garde bis heute sein Zuhause, auch wenn er mittlerweile auf vielen Bühnen stehe und auch zu vielen anderen Gesellschaften eine gute Freundschaft pflege. Seine Vorträge waren witzig und der Gegenwart angepasst. „Du bist vom Wahnsinn besessen, mein Michael…“ eine Anspielung auf Michael Wendlers aktuelle Situation ganz nach Nina Hagens vergessenem Farbfilm. Dass Trump und die Weihnachtsbäume etwas Gemeinsames haben, erfuhr man ebenfalls von ihm: Beide fliegen im Januar raus… Ein schöner Abschluss seines Auftritts das Stück „Ich bin Clown – und ich will gar nichts andres sein“. Damit sang er vielen Künstlern, die jetzt nicht auftreten dürfen, bestimmt tief aus der Seele.


Das designierte Dreigestirn machte natürlich auch seine Aufwartung, zusammen mit ihrem Prinzenführer Markus Heller. Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit – ist das Motto des Dreigestirns, das sie hier, jeder der Drei auf seine Art, noch einmal aus ihrer ganz persönlichen Sicht deutlich machten. Die Musik bei der Vorstellung der Drei – wie man sie von den Sitzungen kennt – war durch das Orchester sehr gut und modern variiert und passte zu der ungewohnten Situation. Das Spendenprojekt des Dreigestirns wird die Unterstützung des Vereins „Die Traube“ sein. Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist die Aufgabe, die der Verein sich gestellt hat. Um Spenden zu sammeln, sollen emotionale Momente versteigert werden. Wie das stattfinden soll, wird man in den nächsten Tagen noch hören und lesen.


Mit den Klüngelköpp, die sich bereits in dem schwierigen Jahr 2020 „minimalistische Auftritte“ als Aufgabe gestellt haben, das sie „jeck mit kleinem Besteck“ nennen, war der letzte musikalische Programmpunkt angebrochen. Da sangen sie mit ihrem ersten Stück „Mir sin Kölsche“ gleich ihre Ambition in den leider leeren Maritim-Saal. Dann wurde Emotion pur in die Wohnzimmer der Zuhörer katapultiert. „Wenn am Himmel die Stääne danze“ – ein sehr beliebtes Lied im Karneval, das wohl jeder Jecke mitsingen kann, brachte so manche Träne vom Bildschirm direkt zu den Karnevalisten. Da war „Dausend un eine Naach“ dann die Möglichkeit, die Emotion wieder in den Griff zu bekommen.
Mit „Am Dom zo Kölle“ verabschiedeten sich die Moderatoren dann durch Norbert Conrads, der die Zuschauer mit diesem emotionalen Abschluss in den restlichen Abend schickte.
Dass die Prinzen-Garde nicht nur feiern kann, sondern stets auch Gutes im Schilde führt, beweist ihr Engagement als 11. Botschafter des Deutschen Kinderhospizvereins, dem erst im Dezember 20.000 € gespendet wurden.
Wenn es live-Auftritte geben kann, dann wird der Kinderhospizverein die erste Adresse sein. Die Prinzen-Garde lebt die Corona-Session mit ihrem Leitbild „Leidenschaft, Gemeinschaft und Tradition“ und gab sich anlassbedingt ein eigenes Sessionsmotto: Wat och passeet, mer stonn zesamme.
Wir danken der Prinzen-Garde, dass wir, statt wie sonst an den Tischen im Saal, am Bildschirm aus dem Büro an dieser wunderbar gestalteten Veranstaltung teilnehmen durften. Die Stimmung und Atmosphäre kam deutlich und mit voller Power bei uns an und brachte zwar Wehmut, aber auch die Zuversicht, dass wir Karnevalisten diese schwere Zeit gemeinsam überstehen werden und dann wieder zusammen und live erleben dürfen, was hier mit viel Herz präsentiert wurde.
Text: KFE
Fotos: Prinzengarde
Fotos mit Bildschirmrand: KFE, Screenshots

Orden, die uns per Post erreicht haben! 

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